DRESDEN - Heute reisen die deutschen Auswahl-Volleyballerinnen zum Lehrgang in Kienbaum an, wo Bundestrainer Giovanni Guidetti und Mentalcoach Christian Fust die vergangenen Monate auswerten und das Team auf die kommenden Aufgaben einstimmen werden. Dresdner Morgenpost, Steffen Grimm 15.05.12 So läuft unsere Zweier-Beziehung
Die besten Dresdner Beachvolleyballerinnen Anni Schumacher und Sandra Seyfferth sprechen über Regeländerungen, Probleme und verraten, weshalb sie nicht alle Sponsorenofferten annehmen. Der zwischenmenschliche Faktor „Man weiß am Anfang nie so richtig, worauf man sich genau einlässt“, erklärt Anni Schumacher in Bezug auf die neue Teamkonstellation. Die 23-Jährige hatte sich von ihrer Vorjahrespartnerin Stefanie Hüttermann getrennt, Seyfferth musste im Vorjahr mit wechselnden Partnerinnen auskommen. „Ich finde es aber gut, wie wir bisher miteinander arbeiten. Alles passiert auf einer Wellenlänge, die ganz harmonisch ist“, betont die Psychologie-Studentin. Der sportliche Anspruch „Erste Priorität haben bei uns internationale Turniere, dann die deutsche Serie“, erklärt die 19-jährige Abiturientin Seyfferth. Die gebürtige Grimmaerin will sich in dieser Saison für die U-21-Weltmeisterschaft in Halifax (Kanada) empfehlen, dafür braucht sie auch internationale Auftritte. Allerdings wird in diesem Jahr erstmals nur ein deutsches Team starten dürfen. Bisher bekam Deutschland meist zwei Startplätze. Die Lausitzerin Anni Schumacher ist innerhalb des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) als sogenannter Sondertrainingskader eingestuft. Das heißt, ihr wurde zwar die finanzielle Förderung gestrichen, der Verband bevorzugt Schumacher aber bei der Meldung internationaler Wettbewerbe – etwa bei Wildcard-Anträgen. Langfristig verfolgt das Duo, das derzeit in Deutschland auf Rang zwölf gelistet wird, das Fernziel Olympia 2016. „In der deutschen Rangliste wollen wir uns mindestens unter die Top Ten spielen. Wir müssen uns erst einarbeiten, zueinander finden. Dieses Jahr ist für uns eine Übergangs-Saison“, sagt Anni Schumacher. Sandra Seyfferth baut ohnehin gerade ihr Abitur, das schränkt die Reiselust im Moment noch etwas ein. Die Aufteilung auf dem Feld „Ich bin der Abwehr-Hampelmann, ackere hinten das Feld um“, sagt Sandra Seyfferth. Die ursprüngliche Philosophie im Beachvolleyball, dass es einen Abwehr- und einen Blockspieler gibt, hat sich in der Praxis ohnehin verbraucht. „Im Prinzip müssen beide alles können“, sagt Anni Schumacher. Das Leben aus der Tasche „Der Winter war echt lang. Ich freue mich auf das Leben aus der Tasche. Wird Zeit, dass wir jetzt von Turnier zu Turnier reisen“, sagt Anni Schumacher. Allerdings liegen die nächsten Reiseziele in überschaubarer Entfernung. Die Reiseroute wird sich bis auf wenige Ausnahmen auf die deutsche Tour beschränken. In die Starterfelder von großen internationalen Turnieren kommen die beiden Dresdnerinnen aufgrund ihrer nicht zureichenden internationalen Punkte noch nicht hinein. Sie müssen auf eigenes Risiko anreisen, und sich vor Ort zunächst im nationalen Ausscheid durchsetzten. Erst dann stünden sie in der Qualifikation. Das Budget Wer reisen will, braucht Geld. Der neue Partner „trikot.com“, eine Sportartikelfirma, sorgt dafür, dass das DSC-Team über einen Jahresetat von 25000 Euro verfügen kann, „wenn wir in alle Turniere reinkommen würden“, schränkt Schumacher ein. Eine Zusammenarbeit zu einem ungewöhnlichen Preis. Schumacher und Seyfferth starten weiter für den Dresdner SC, treten aber unter dem Teamnamen „trikot.com“ an. Je größer das Budget, bei desto mehr internationalen Turnieren könnte sich das sächsische Duo anmelden. Die erotische Komponente Beachvolleyball ist nach wie vor ein Hingucker. Nicht nur wegen der sportlichen Leistungen. Auch deshalb, weil sich athletische Köper in immer weniger Kleidung zwängten. Doch der Weltverband FIVB hat den Trend zum stofflichen Nichts gestoppt. Künftig dürfen Frauen (Männer natürlich auch) in langärmligen Oberteilen und weiten, langen Hosen (die aber drei Zentimeter oberhalb des Knies enden müssen) spielen. „Um Bräuche und /oder religiöse Gründe zu respektieren“, argumentierte die FIVB. Das Dresdner Duo ist zwar auf Sponsoren angewiesen, nimmt aber auch nicht jede potenzielle Unterstützung an. „Wir hatten mal die Anfrage von einer Kfz-Zulassungsstelle. Die Firma hieß aber Leckebusch. Die wollten mit ihrem Slogan „Leckebusch – wir lassen fast alles zu“ vorn auf unsere Hose. Das war uns zu heftig. Man muss nicht alles mitmachen. Aber ansonsten sind wir sehr offen“, sagt Anni Schumacher. Eine Kondomfirma könnte sie sich zum Beispiel als Partner durchaus vorstellen. Sächsische Zeitung, Alexander Hiller Das Olympia-Aus der deutschen Volleyball-Frauen ist endgültig besiegelt. Drei Tage nach dem Ausscheiden beim Quali-Turnier in Ankara zerschlugen sich gestern auch die letzten Hoffnungen, dass das DVV-Team am Grünen Tisch noch eine letzte Chance erhält. Kuba, das bei seinem Quali-Turnier den Sprung zu Olympia knapp verpasst hatte, kann durch finanzielle Unterstützung seines Kontinentalverbandes nun doch beim letzten Ausscheidungsturnier in Japan antreten. Die deutschen Frauen hatten gehofft, bei einer Absage Kubas in Fernost spielen zu können. DNN, Astrid Hofmann ![]() Deutsche Nachwuchsmeisterschaften 2012
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